Lebendige Gärten für mehr Artenvielfalt
Die Stadt Pfaffenhofen engagiert sich aktiv für den Schutz der Artenvielfalt. Die dafür vorgesehenen Maßnahmen und Projekte sind in der kommunalen Biodiversitätsstrategie festgehalten. Auch im Jahr 2025 wurde intensiv an deren Umsetzung gearbeitet.
Im Frühjahr stand das naturnahe Gärtnern im Fokus. Um interessierten Bürgerinnen und Bürgern praxisnahes Wissen zu vermitteln, stellte Markus Gastl in einem Vortrag das Konzept des Drei-Zonen-Gartens vor. Dabei erfuhren die Teilnehmenden, wie verschiedene Gartenbereiche sinnvoll gestaltet werden können und sich gegenseitig ergänzen. So entstehen lebendige Gärten, die Lebensraum für zahlreiche Insekten, Kleinsäuger und Pflanzen bieten.
Ergänzend dazu bietet die städtische Broschüre „Der Naturgarten“ viele praktische Tipps zur Gestaltung eines naturnahen Gartens. Sie richtet sich sowohl an Einsteigerinnen und Einsteiger als auch an erfahrene Gartenfreunde und liegt kostenlos im Bürgerbüro, im Verwaltungsgebäude am Sigleck sowie im Haus der Begegnung aus.
Einen besonderen Blick auf einen oft unterschätzten Gartenbewohner ermöglichte das Theaterstück „Fräulein Brehms Tierleben“. Im Mittelpunkt stand der Regenwurm – der unscheinbare „König des Erdreichs“. Anhand historischer Zeichnungen von Alfred Brehm sowie aktueller Forschungsergebnisse lernten die Zuschauerinnen und Zuschauer auf unterhaltsame Weise viel über verschiedene Regenwurmarten und deren weltweite Verbreitung.
Neben Vorträgen fanden auch Führungen im Gerolsbachpark statt, unter anderem für Schulklassen zum Thema Gewässer. Die Planungen zur Umgestaltung des Parks laufen derzeit auf Hochtouren. In den kommenden Jahren sollen Flächen ökologisch aufgewertet und gleichzeitig neue Aufenthaltsbereiche für die Bevölkerung geschaffen werden.
Weitere umfangreiche Maßnahmen werden auf den Wiesen entlang der südlichen Ilm umgesetzt. Dort entsteht zusätzlicher Retentionsraum, unter anderem durch Geländemodellierungen und Gehölzablagerungen. Geplant sind zudem Pflanzungen und Ansaaten mit heimischem, artenreichem
Saatgut sowie die Renaturierung eines bestehenden Grabens. Ziel ist es, neue Lebensräume für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten zu schaffen.
Auch im Stadtgebiet selbst wurden zahlreiche Begrünungsmaßnahmen umgesetzt: An der Joseph-Maria-Lutz-Schule entstand eine artenreich bepflanzte Fläche, die Kräuterbeete auf der Insel wurden erweitert und auf mehreren Spielplätzen neue Bäume gepflanzt.
Darüber hinaus richtet die Stadt den Blick auf das umliegende Offenland. Die städtischen Hecken entlang von Feldern und in der freien Landschaft sind wichtige Rückzugsorte für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Um ihren ökologischen Wert zu erhalten, wurde mit der fachgerechten Heckenpflege begonnen. Diese ist gesetzlich von Oktober bis einschließlich Februar erlaubt und wird auch in diesem Jahr fortgeführt.
Auch 2026 setzt Pfaffenhofen sein Engagement für die Biodiversität fort. Im Bürgerpark wird eine Fledermaus-Hörstation eingerichtet, die Fledermausrufe in für den Menschen hörbare Töne umwandelt. Fliegen Fledermäuse in der Nähe vorbei, können ihre Rufe in Echtzeit gehört werden. Alternativ stehen aufgezeichnete Rufe zur Verfügung. Die besten Chancen auf Live-Beobachtungen bestehen in den Sommermonaten in den Abend- und Nachtstunden, wenn die Tiere auf Insektenjagd gehen.
Weitere Projekte sind bereits in Planung – Pfaffenhofen bleibt somit auch in Zukunft aktiv beim Schutz der Artenvielfalt.
Weitere Informationen zur Biodiversität in Pfaffenhofen gibt es unter pfaffenhofen.de/biodiversitaet.
Quelle: Stadtverwaltung Pfaffenhofen