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1. Oktober 2026

Was kommt ins Krieglmeier-Haus? Pfaffenhofen ist gespannt

Über vier Generationen wurde in der Frauenstraße 26 Mode verkauft. Seit September steht die markante Ladenfläche im Krieglmeier-Haus leer. Nun sucht Eigentümer Maximilian Westermeier nach einer neuen, langfristigen Nutzung – und ist dabei ausdrücklich auch für Konzepte jenseits des klassischen Einzelhandels offen. Bis dahin soll ein Pop-up-Konzept Leben in die Räume bringen.

Eingang

Viele Pfaffenhofener kennen das Geschäft noch als Modehaus Krieglmeier. Seine Geschichte reicht mehr als ein Jahrhundert zurück.

1908 übernahm Schneidermeister Andreas Krieglmeier das Herren- und Knabengarderobe-Geschäft in der Frauenstraße. Drei Jahre später kaufte er das Nachbaranwesen, ließ beide Häuser abreißen und errichtete das Gebäude, das bis heute das Straßenbild prägt. Produziert wurde damals noch selbst – beworben als „Eigene Fabrikation mit elektrischem Betrieb“.

Nach der Währungsreform 1948 begann die Familie praktisch von vorne: Mit sechs Paar Socken, drei Hemden, vier Unterhosen und drei Pullovern. Aus der Schneiderei entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte ein Modehaus. 1974 entstand im ehemaligen Werkstattbereich eine große Verkaufsfläche, 1996 wurde das Geschäft noch einmal grundlegend umgebaut. Die Modenschauen des Hauses wurden zeitweise so groß, dass dafür ab 1981 der Theatersaal im Haus der Begegnung genutzt wurde.

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Vier Generationen Modegeschichte

Der heutige Familienname Westermeier kam durch eine Hochzeit ins Haus: Theresia Krieglmeier, Enkelin des Firmengründers, heiratete Schneidermeister Werner Westermeier. Ihr Sohn Maximilian führte das Geschäft schließlich in vierter Generation bis 2025.

Anschließend nutzte ein Modehaus aus Neuburg die Räume für gut ein Jahr. Ende August war Schluss. Seitdem sind die rund 315 Quadratmeter im Erdgeschoss frei.

Und damit stellt sich eine Frage, die nicht nur den Eigentümer betrifft: Was funktioniert heute in einer Innenstadtlage, die über Jahrzehnte für den klassischen Einzelhandel geschaffen wurde?

Nicht nur für Einzelhandel interessant

Die Immobilie bietet rund 315 Quadratmeter Gesamtfläche. Davon entfallen etwa 220 Quadratmeter auf die eigentliche Verkaufsfläche. Hinzu kommen Büro, Lager und eine Anlieferungsmöglichkeit über den Innenhof. Interessant ist vor allem: Eine künftige Nutzung muss nicht zwingend wieder ein Modegeschäft sein.

Nach Auskunft des Stadtbauamtes kommen planungsrechtlich grundsätzlich auch Nutzungen beispielsweise als Praxis, Studio, Büro oder Showroom infrage. Für eine entsprechende Nutzungsänderung wäre allerdings eine Genehmigung erforderlich.

Damit könnte die Fläche auch für Konzepte interessant sein, die man zunächst vielleicht gar nicht mit einem ehemaligen Modehaus verbindet – etwa Gesundheit und Therapie, Fitness und Wellness, Einrichtung und Design, Beratung, Dienstleistungen oder hybride Konzepte aus Präsentation, Verkauf und Service.

Für einen klassischen Laden gibt es dagegen einen entscheidenden Vorteil: Die vorhandene Einrichtung kann kostenfrei übernommen beziehungsweise genutzt werden. Warenträger, sieben Umkleidekabinen, Kassensystem und weitere Ausstattung sind bereits vorhanden.

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Pop-up statt leerer Schaufenster

Bis ein langfristiger Mieter gefunden ist, möchte Westermeier vermeiden, dass die große Schaufensterfront dauerhaft dunkel bleibt.

Deshalb wird die Fläche ab sofort auch als Laden auf Zeit angeboten. Bereits ab zwei Wochen kann der fertig eingerichtete Store genutzt werden.

Das könnte gerade vor Weihnachten interessant sein: Für regionale Manufakturen und Erzeuger, Marken, Onlineshops, die sich erstmals stationär präsentieren möchten, Ausstellungen, besondere Verkaufsaktionen oder Vereine und Initiativen.

Das Prinzip ist bewusst einfach gehalten: Einziehen, einrichten und öffnen.

Auch die Wirtschafts- und Servicegesellschaft der Stadt Pfaffenhofen unterstützt die Suche und hat den Aufruf bereits über den Pfaffenhofener Cityblog verbreitet. Erste Interessenten gibt es nach Angaben des Eigentümers bereits – entschieden ist bislang jedoch nichts.

Vielleicht steckt darin auch eine Chance für die Innenstadt

Die Nachfolge im Krieglmeier-Haus ist damit mehr als die Frage nach einem einzelnen Ladenlokal. Sie steht exemplarisch für eine Entwicklung, die viele Innenstädte beschäftigt: Wenn klassische Handelskonzepte verschwinden, welche Angebote bringen künftig Menschen in die Stadt?

Gerade die Frauenstraße bietet dafür eine interessante Lage. Eine neue Nutzung könnte nicht nur die Immobilie wiederbeleben, sondern auch einen Beitrag zu einer attraktiven und abwechslungsreichen Pfaffenhofener Innenstadt leisten.

Wer selbst ein Konzept hat oder eine zentral gelegene Fläche sucht, kann sich direkt an Eigentümer Maximilian Westermeier wenden: Tel. 08441 803234 · E-Mail: vermietung@krieglmeier.com
Informationen zum Laden auf Zeit: https://krieglmeier.com/popup.html

Und jetzt sind die Pfaffenhofener gefragt: Was fehlt euch in unserer Innenstadt? Welches Geschäft, welche Dienstleistung oder welches neue Konzept würdet ihr gerne im ehemaligen Krieglmeier sehen?

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