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5. Oktober 2026

Wenn Gemeinschaft auf spannende Geschichten trifft

Pfaffenhofen – Gemeinschaft, Freundschaft, gesellschaftliches Engagement und immer wieder außergewöhnliche Einblicke in ganz unterschiedliche Lebens- und Arbeitswelten: Wie vielseitig ein Rotary-Abend sein kann, zeigte das jüngste Meeting des Rotary Clubs Pfaffenhofen im Müllerbräu. Im Mittelpunkt stand diesmal eine Frau, die bundesweit durch spektakuläre Strafverfahren bekannt geworden ist: Die Münchner Strafverteidigerin Regina Rick sprach unter dem Titel „Fehlurteile – ein Bericht aus der Praxis“ über Fälle, die sie über viele Jahre beschäftigt haben. 37 Rotarierinnen und Rotarier sowie sechs Gäste waren zu dem Abend gekommen. Unter ihnen befanden sich neben dem Strafverteidiger Dominik Braun auch die Bestsellerautorin Inge Löhnig, die unter dem Pseudonym Ellen Sandberg ebenfalls große Erfolge feiert. Präsident Thomas Dickert begrüßte die Gäste und leitete einen Abend ein, der eindrucksvoll zeigte, was das Clubleben neben dem gesellschaftlichen Engagement ausmacht: Menschen zusammenzubringen, Begegnungen zu ermöglichen und Themen Raum zu geben, mit denen man im Alltag nur selten unmittelbar in Berührung kommt.

Bevor Regina Rick das Wort übernahm, gab es einen weiteren besonderen Moment: Kathrin Amenda wurde feierlich als neues Mitglied in den Rotary Club Pfaffenhofen aufgenommen. Mit Urkunde, Wimpel und Rotary-Nadel wurde sie in der Gemeinschaft willkommen geheißen. Ein schöner Ausdruck dessen, worauf Rotary großen Wert legt: Persönliche Begegnung, gegenseitige Bereicherung und Freundschaft.

Wenn Fehlurteile das Leben verändern

Dann gehörte der Abend Regina Rick. Die erfahrene Strafverteidigerin berichtete aus ihrer Praxis und von mehreren Fällen, die bundesweit für großes Aufsehen sorgten. Zwei der von ihr vorgestellten Fälle handelten von einem Wiederaufnahmeverfahren, bei einem weiteren ging es um eine erfolgreiche Revision.

Zu den bekanntesten Fällen zählt der des Landwirts Rudolf Rupp aus Oberbayern. Nach dessen Verschwinden im Jahr 2001 waren Familienangehörige wegen Tötungsdelikten verurteilt worden. Jahre später wurde Rupps Leiche in seinem Auto in der Donau gefunden. Rick schilderte, wie sie bei ihrer Arbeit auf Beweismittel stieß, die für die Neubewertung des Falls von großer Bedeutung waren.

Besonders eindrücklich berichtete sie auch über den Fall Manfred Genditzki. Dieser hatte 13 Jahre in Haft verbracht, bevor er 2023 im wiederaufgenommenen Verfahren freigesprochen wurde. Eine wichtige Rolle spielte dabei die erneute wissenschaftliche und technische Untersuchung des Geschehens.

Auch auf den Fall um den Tod der Studentin Hanna W. ging Rick ein. Gemeinsam mit Dr. Georg aus Hamburg, einem auf Revisionen spezialisierten Strafrechtler, vertrat sie den Angeklagten. Das Verfahren beschäftigte zuletzt erneut die Justiz.

Dabei beschränkte sich Rick nicht auf die Schilderung einzelner Fälle. Sie sprach auch über strukturelle Probleme innerhalb der Strafjustiz und über die aus ihrer Sicht unzureichende Dokumentation von Hauptverhandlungen. Zugleich machte sie deutlich, dass es ihr nicht um pauschale Kritik an der Justiz gehe und dass sich zahlreiche Beamte und Richter um Rechtmäßigkeit und Objektivität bemühten.

Was die Zuhörer besonders beeindruckte, war die Beharrlichkeit, mit der Rick ihre Fälle verfolgt. Ihr persönliches Fazit brachte diese Haltung auf den Punkt: „Wenn ich mich mal verbissen habe, dann lasse ich halt nicht mehr los. Ich kann schwer aufgeben.“

Rotary lebt von Begegnungen

Nach dem Vortrag blieb ausreichend Zeit für Gespräche und das gemeinsame Essen. Und vielleicht war gerade diese Mischung das Besondere an diesem Abend: Ein außergewöhnlicher Vortrag, interessante Gäste, die Aufnahme eines neuen Mitglieds und anschließend Zeit für persönliche Gespräche unter Freunden.

Der Abend zeigte damit auch eine Seite von Rotary, die außerhalb des Clubs weniger sichtbar ist. Neben sozialen Projekten und gesellschaftlichem Engagement lebt Rotary vor allem von Gemeinschaft, Freundschaft und dem Austausch mit Menschen, die etwas zu erzählen haben.

Oder anders gesagt: Man kommt wegen eines spannenden Vortrags – und geht mit neuen Gedanken, neuen Begegnungen und einem Gefühl von Gemeinschaft nach Hause.

Quelle: Rotary Club Pfaffenhofen

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